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Retrocomputer

Amiga Modellübersicht

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Geschrieben von: Georg Jahn von Koslowski   
Sonntag, den 31. Januar 2010 um 17:15 Uhr

Der Commodore Amiga - eine Modellübersicht

Amiga 1000

Amiga 1000

1985 erschien der erste von Commodore produzierte Amiga auf dem Weltmarkt. Technisch basierte der Amiga 1000 auf einem MC68000er Chipset von Motorola, einer für damalige Verhältnisse innovativen und fortschrittlichen Technik. Als Betriebssystem wurde anfänglich Kickstart 1.0 genutzt, dieses mußte per Diskette geladen werden, bei späteren Modellen war der Kickstart auf einem Rom untergebracht. Zudem besaß der Amiga 1000 ein integriertes 3,5 Zoll Diskettenlaufwerk, Multitasking und 4-Kanal-Ton. Zu seinen Vorteilen gehörte vor allem die Grafikqualität. Nachteilig fiel der hohe Verkaufspreis auf. Dies kam weitestgehend durch die Tatsache zustande, dass er sowohl für Bürotätigkeiten als auch für Spiele eingesetzt werden konnte. Vertrieben wurde der Amiga 1000 von 1985 bis 1987. In Deutschland wurden insgesamt 27.500 Geräte verkauft.


Amiga 500

Amiga 500

Der Amiga 500 war ab 1987 erhältlich. Er war als Nachfolger des C64 konzipiert worden und wurde fortan zum erfolgreichsten Amiga-Modell. Zahlreiche Spiele wurden für den Amiga aufgelegt, die vor allem durch die revolutionäre Grafik und den überdurchschnittlichen Sound überzeugen konnten. Im Gegensatz zu dem Vorgänger 1000, verfügte der A500 sowohl über eine parallele als auch eine serielle Schnittstelle, die sich an dem PC Standard orientieren. Der verwendete Chip glich jedoch noch dem 1000er Modell von 1985. 512 KByte Arbeitsspeicher komplettierten die technische Leistungsfähigkeit. Durch Erweiterungsmöglichkeiten konnte der A500 auf ein Maximum von 9 MByte aufgerüstet werde. Als Betriebssystem fungierte Kickstart 1.2 und 1.3. Allein in Deutschland setzte Commodore 1.081.000 Amigas dieser Baureihe ab. Gebaut wurde dieses Modell bis zum Jahr 1991.


Amiga 2000

Amiga 2000
Kickstart Rom 1.3
Kickstart Rom 1.3

Zeitgleich mit dem Amiga 500 wurde von Commodore der Amiga 2000 vorgestellt. Er sollte, im Gegensatz zu dem 500, ein professionelles Publikum ansprechen und war folglich als Konkurrenz zu den langsam aufkommenden PCs gedacht. Er galt als Flaggschiff der gesamten Reihe, besaß er doch zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten sowie die Möglichkeit zur Videobearbeitung (Genlock) und war sozusagen das Multimedia - Flaggschiff seiner Zeit. So verfügte der Amiga 2000 sowohl über die Amiga-typischen Zorro-2-Slots als auch die in PCs verwendeten ISA-Steckplätze. Über ein Bridgeboard konnte der Anwender somit seinen Amiga gleichzeitig als PC nutzen. Der A2000 lief, wie der Amiga 1000 und 500 auf Basis des Original Chip Sets (OCS). Als Betriebssystem nutzte der A2000 Kickstart 1.2 bzw. 1.3. Von dem Amiga 2000 verkauften sich während der Produktionsphase von 1987-1990 in Deutschland 124.500 Modelle.


Amiga 2500UX

Amiga Unix

1991 stellte Commodore die Amiga Unix 4 Variante des Amiga 2500 vor. Konzipiert war der A2500UX für professionelle Anwender. Als Betriebssystem wurde UNIX genutzt. Er verfügte über einen Motorola MC68020 Prozessor mit einer Taktfrequenz von 14.3 MHz. Später kam ein 25 MHz Prozessor mit der Typenbezeichnung 68030 zum Einsatz. Optisch glich er vollständig dem Amiga 2000. Auch dieses Modell verschwand mit der Einführung des Amiga 3000 im Jahr 1992 vom Markt.


Amiga 500+

Amiga 500+

Der Amiga 500+ kam im Jahr 1990 auf den Markt. Das Modell wurde bis 1992 gefertigt und blieb mit Verkaufszahlen von 79.500 auf dem deutschen Computermarkt kommerziell eher erfolglos. Im Gegensatz zu dem Amiga 500 war er mit 1MByte Arbeitsspeicher und einem neuen Chip ausgestattet. Neu daran war, dass mit dem sogenannten Enhanced Chip (ECS) 1 beziehungsweise 2 MByte Chip-Ram angesprochen werden konnten. Eine höhere Grafikauflösung war ebenfalls möglich. Durch ein neues Betriebssystem auf Basis von Kickstart 2.04 gab es starke Kompatibilitätsprobleme mit einem Teil der Software. Mittels Kickstart Switch konnte daher bald zwischen zwei Versionen des Betriebssystems gewechselt werden.


Amiga 600

Amiga 600

Als Fortsetzung des Amiga 500+ gelangte der Amiga 600 1990 in den Handel. Technisch war er jedoch größtenteils auf dem Stand seines Vorgängers. Er verfügte über das Enhanced Chip Set des Amiga 3000 sowie über ein MByte Arbeitsspeicher. Als Betriebssystem fungierte Amiga OS 2.0. Ein ATA-Controller und eine PCMCIA- Schnittstelle komplettierten die wichtigsten technischen Produkteigenschaften. Aufgrund zahlreicher Schwierigkeiten, insbesondere Kompatibilitätsprobleme zwischen Soft- und Hardware, floppte der Amiga 600. Zudem fehlte ein Nummernblock und die Option weitere Aufrüstungen vorzunehmen. Auch die Leistungsdaten waren schon lange nicht mehr auf der Höhe der Zeit. So ist es nicht verwunderlich, dass bis zur Einstellung des Vertriebes im Jahr 1992 in Deutschland nur 193.000 Modelle verkauft wurden.


Amiga 1200

Amiga 1200 IDE-Interface
IDE Interface
Amiga 1200
A1200 PCMCIA Interface
PCMCIA Interface

Nach dem eher erfolglosen Versuch mit dem Amiga 600, gelang Commodore 1992 mit Einführung des Amiga 1200 eine Wiederbelebung. Er besaß 2 MByte Arbeitsspeicher und, je nach Modell, einen Motorola 69020 Chip. Das Betriebssystem lief auf Basis von Kickstart 3.0. Prozessorleistung und Speicher konnten zudem optional erweitert werden. Über einen ATA-Controller war der Anschluss einer 2,5 Zoll Festplatte möglich. Ein neuartiger AA-Grafikchipsatz sorgte für verbesserte Grafikeigenschaften. Bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 1994 wurden in Deutschland 95.500 A1200er verkauft.


Amiga 3000

Amiga 3000

Als Nachfolger des ambitionierten A2000 wurde ab 1990 der Amiga 3000 vertrieben. Er war als Tower oder Desktop Variante erhältlich. Die Tower Ausführung wurde zunächst unter der Bezeichnung Amiga 3500 verkauft. Später hieß das Modell 3000T. Er verfügte als Neuerung über das Betriebssystem AmigaOS 2.0. Später ließ sich der Amiga 3000 durch eine Erweiterung auf OS 3.1 aufrüsten. Hinzu kamen technische Innovationen wie SCSI- und Zorro-3—Steckplätze. Die eingebaute Motorola 68030 CPU verfügte über 25 MHz oder 16 MHz. Durch die vorhandene Grafikhardware waren erstmalig 3D-Grafiken darstellbar. Während des Produktionszeitraumes von 1990 bis 1992 setze Commodore in Deutschland 11.300 dieser Geräte ab.


Amiga 4000

Amiga 4000

Ende 1992 vertrieb Commodore die Weiterentwicklung des Amiga 3000 mit der Typenbezeichnung Amiga 4000. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Versionen dieses Tower-Modells aufgelegt, die sich anhand ihres Chips unterschieden. In der Standardausstattung erhielt er einen Motorola 68040 Prozessor. Kickstart 3.0 wurde als Betriebssystem verwendet. Innovativste Neuerung des Modells war der AGA beziehungsweise AA genannte Grafikchip. Der onboard-Speicher war serienmäßig mit 2 MByte bestückt und konnte maximal auf 18 MByte erweitert werden. Durch Zorro-3-Steckkarten waren nochmal bis zu 1 GByte RAM möglich. Für damalige Verhältnisse ein Spitzenwert. Durch den Konkurs von Commodore war der A4000 das letzte Modell seiner Art. Später wurde er über Amiga Technologies weiter vertrieben und kam unter Berücksichtigung aller Modellvarianten auf einen Absatz von rund 11.000 Modellen auf dem deutschen Computermarkt. Gebaut wurde der Amiga 4000 bis zum Jahr 1994.


Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. Februar 2010 um 22:06 Uhr
 

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